Eyedotter's Experience
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Time to say "tschuess"
Das Kapitel Córdoba naehrt sich seinem Ende, in gut einer Stunde verlasse ich mit dem Bus die Stadt im Herzen Argentiniens und begebe mich auf die erste Etappe meiner Rueckreise nach good-(c)old-Germany. Den heutigen Abend habe ich allerdings nochmal bei knapp dreissig Grad, beleuchteten Kirchen und ein wenig Wehmut (aber nicht sooo schlimm) bei einem Spaziergang verbracht.
Vorher habe ich noch Maida (da wo ich die ersten zweieinhalb Monate gewohnt habe) besucht, ihrem Kind (5. Januar) "Santiago" geht es gut, Claudio (ihr Verlobter) war auch da. Und die beiden Freundinnen Lucila und Beba (auch schwanger, aber erst fuer Maerz ;-) haben auch Gesellschaft geleistet. Da hab ich mich (zumindest fuer meine Zeit hier in Argentinien ) am meisten zu Hause gefuehlt.
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Uni geschafft und Wohnung in Ordnung
Gestern Abend habe ich dann auch die letzte Prüfung, diesmal Economia de Empresas, absolviert (und das hoffentlich erfolgreich...) Danach habe ich dann auch gleich mit dem Packen angefangen und die Wohnung ein wenig gesäubert - schließlich war heute Mittag die Inspektion der Besitzern (dass auch alles da ist). Gab keine Beanstandungen (zumindest nicht an mich), so dass ich morgen ganz problemlos den Schlüssel zurückgeben und meine Garantieleistung einsammeln kann. Brauche ich mich nur noch bei der Gas-Gesellschaft abmelden, dann ist die Wohnung Geschichte (für mich).
Natürlich bin ich jetzt auch heftig im Verabschieden - heute Abend treffe ich mich nochmal mit den beiden Studentinnen, bei denen ich im Juni gewohnt habe, morgen Abend feiere ich mit den Leuten von AIESEC eine kleine Abschiedsparty (anschliessend geht's noch ein letztes Mal auf die Cordobeser Piste) und ein paar anderen Leuten möchte ich auch noch persönlich "Auf Wiedersehen" sagen.
War gestern auch zu einem Gespräch mit den Austauschbeauftragten an der Universidad Catolica hier in Cordoba (ist die zweitgrößte Uni hier, privat und deutlich besser organisiert als die staatliche Uni - aber wer Geld verlangt, der muss das wohl auch bieten). Auch die sind sehr aufgeschlossen, allerdings ist das Problem wohl, dass sich kaum ein Argentinier ein Auslandsstudium in Deutschland leisten kann (selbst wenn man sich sehr einschränkt).
Aber ob Austauschvertrag oder nicht, die Catolica steht allen ausländischen Studenten offen, und die Studiengebühren von ca. 100 Euro im Monat (ca. 1.000 Euro für zwei Semester) sind bei der Betreuung sicherlich auch angemessen. An Studienangeboten wird ein breites Spektrum von Ingenieurwesen über Sprachen bis BWL abgedeckt, so dass sich gewiss für jeden etwas findet. (Wenn jemand Interesse hat, Nachricht an mich genügt!)
Dann habe ich mir noch den Film "Lección de Honor" ("The Emperor's Club") mit Kevin Kline angeschaut - war ganz ok, wenn ich auch die fast ausschliesslich positive Betrachtung von privaten Eliteschulen ein wenig fragwürdig finde. Aber auf jeden Fall ein Spass für alle Lateinlehrer ;-)
Nachdem ich jetzt auch die Online-Abrechnung für das Geldabheben in Chile bekommen habe, kann ich bestätigen: Deutsche Bank-Kunden zahlen für das Abheben per EC-Karte bei der ScotiaBank (eigentlich ein kanadisches Institut, die haben aber ein ganz gutes Filialnetz in Chile) keine Gebühren - und die Abrechnungskurse sind sogar besser als das, was ich bei den Wechselstuben bekommen hätte.
In Sachen Peugeut und der Diskriminierung von Bewohnern einiger argentinischer Provinzen habe ich leider bis heute keine Antwort bekommen... Schade eigentlich, da schicken Sie mir extra eine Bestätigung, dass meine Mail/Anfrage eingegangen ist und ich bald eine Antwort erhalte, weil Ihnen ja soviel am Kunden liegt, und dann kommt nix.
Positiv dafür meine Erfahrung mit dem Bilderdienst Bonusprint - die Bilder waren tatsächlich wie versprochen in einer Woche da und von der Qualität auch brauchbar. Kann demnach den Dienst für günstige Preise und guten Service weiterempfehlen.
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Auch die zweite Pruefung gut absolviert
Was genau dabei rauskommt werde ich zwar erst in einer Woche wissen, aber mein Gefuehl, was die Klausur in "Organización y Técnica Bancaria" (Bankwirtschaft) angeht, ist gut und ich brauche mir wohl keine Sorgen machen, die Klausur nicht bestanden zu haben (kann man das noch komplizierter ausdruecken?)
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One down, two to go...
Der gestrige Sonntag - ich kam gegen kurz nach 7 Uhr gerade rechtzeitig zum Sonnenaufgang (und schon 26 Grad) wieder in Córdoba an - habe ich dann halb schlafend und halb ausruhend verbracht. Ueber Nacht zu fahren schlaucht schon ziemlich, da ist man dann immer fuer ein oder zwei Tage etwas platt. Deswegen werde ich auch schon in der Nacht von Samstag auf Sonntag nach Buenos Aires fahren, obwohl mein Flug nach Deutschland erst am Dienstag Morgen losgeht.
Meine letzte Woche im Land der Rinder und des Mate-Tee hat also begonnen und damit stehen heute bis Mittwoch auch die drei letzten Pruefungen in den Faechern, die ich dieses Semester belegt habe, an. Die erste in Teorías habe ich heute mit Bravour bestanden. Die Note weiss ich auch schon, da es sich um eine muendliche Pruefung handelte: eine 7 - das ist bei der relativ strengen Handhabung der Notenskala (10 = sehr gut, alles unter 4 ist durchgefallen) ein ziemlich gutes Ergebnis und ich freue mich sehr, dass es dazu gereicht hat (in den Zwischenpruefungen waehrend des Semesters hatte ich ja 4 und 6 geschafft).
Ebenfalls gut gelaufen ist mein Gespraech in Sachen zukuenftigem Studentenaustausch zwischen Freiberg und Cordoba. Mal sehen, was da langfristig draus wird, aber ich hoffe, zumindest den ersten Impuls fuer eine erfolgreiche Zusammenarbeit gegeben zu haben.
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Soweit die Fuesse tragen...
Und sie tragen und sie tragen und sie tragen... Bin heute wieder den ganzen Tag laufender Weise unterwegs gewesen. Das Highlight war gewiss der Besuch des MIM (Mueso Interactivo Mirador), einem Museum zum Anfassen fuer Gross und (noch viel mehr) Klein. Hier besteht Pflicht zum Anfassen (nicht seine Mitmenschen, sondern die Exponate) und Staunen, denn von optischer Taeuschung ueber Elektromagnetismus bis hin zu menschlichen Koerper wird alles erklaert.
So kann man am Skelett "Catrina" den menschlichen Knochenaufbau bestaunen, in einen Baum klettern und per 3-D-Film in einen Computerchip eintauchen (ok, ja, der Pentium 4 von Intel ist das tollste, was die Welt je gesehen hat und soviel effizienter als alles andere - aber solange die auch das Geld fuer die Ausstellung locker machen, ist ein bisschen Eigenwerbung wohl ok).
Zur Zeit gibt es als Sonderausstellung auch eine Schau von Fotos aus aller Welt, die von einem Deutschen und der Gesellschaft fuer Technische Zusammenarbeit (GTZ) organisiert wurde. Mit 500 Kleinbildkameras ausgeruestet haben Jugendliche aus aller Welt ueber 12.000 Bilder von sich und ihrer Welt geschossen, 250 davon sind jetzt hier ausgestellt.
Das Museum liegt zwar etwas ausserhalb, aber ist mit der U-Bahn (Haltestelle "Mirador") und einem Collectivo (anders als in Argentinien, wo es sowas wie "Bus" bedeutet, sind das hier Sammel-Taxis - eine wirklich sinnvolle Einrichtung, die die Vorteile von Oeffentlichem Personennahverkehr (Preis) und Taxi (Schnelligkeit) verbindet.
Zurueck in der Stadt habe ich die von Telefonica gesponserte Ausstellung von Bilder und Skulpturen des spanischen Kuenstlers Miró angesehen (war zwar nicht so besonders gross, dafuer hat's aber auch keinen Eintritt gekostet). Direkt daneben waren Bilder von einem Kinder-Malwettbewerb ausgestellt und manchmal hatte ich schon den Eindruck, dass die im Vergleich gar nicht so schlecht sind ;-)
Weiter ging's zu Fuss durch die Innenstadt zur Plaza de Armas und der Fussgaengerzone "Paseo Ahumada", wo man sich schon kraeftig auf den ab heute Abend stattfindenden "Teletón" vorbereitet (der Schriftzug "Teletón - es tuya", Teleton ist deins, findet sich in der ganzen Stadt - auf Schildern, Bussen, Autos, Schaufenstern, etc.) Nach dem Vorbild amerikanischer Fernseh-Marathon-Spendensammlungen spenden hier Unternehmen und Privatpersonen 27 Stunden lang fuer einen guten Zweck (der hier die Einrichtung und der Betrieb von Zentren fuer die Behandlung Koerperbehinderter ist, soweit ich das im Gespraech mit Einheimischen herausfinden konnte).
Da gibt es in der Fussgaengerzone gegen eine Spende den Haarschnitt vom Fachmann oder die Tarot-Fachberatung in Sachen Zukunft. Im Fernsehen wird natuerlich auch durchgaengig gesammelt und die teilnehmenden Firmen spenden einen Teil des Umsatzes, der waehrend der 27 Stunden gemacht wird. Insgesamt ist das ganze Land vom Teletón-Fieber erfasst - und das viel mehr, als ich es aus deutschen Big Brother- oder Deutschland sucht den Super-Barden-Zeiten kenne.
Bevor das Licht mich dann verliess habe ich mir noch auf der Plaza de la Constitución eine Ausstellung von Bildern des franzoesischen Kuenstlers Yann Arthus-Bertrand unter dem Thema "Die Erde von oben" angesehen. Gut 100 Bilder, alle aus der Luft aufgenommen, von Landschaften, Orten, Menschen und Ereignissen auf der ganzen Welt zeichnen sich durch eine ganz eigene Sichtweise und Mystik aus - der dazugehoerige Bildband steht auf jeden Fall auf meiner Weihnachts-Wunschliste (aber bitte nicht von allen ;-)
Aus Deutschland waren zwei Bilder dabei: Eins von der Siegessaeule waehrend der Love Parade und eins von einem Flaschenlager (wo gaaaanz viele bunte Kaesten mit Flaschen gestapelt sind) in Braunschweig. Keine Ahnung, wieso er gerade diese beiden ausgewaehlt hat (es sind ja nicht ALLE Deutschen Flaschen, oder?), aber sie Fuegen sich gut in die anderen Bilder ein, wo haeufig aus natuerlichen Phaenomenen wahre Kunstwerke entstehen (ohne dass die Bilder veraendert wurden).
Drei Tage habe ich jetzt Santiago, Valparaiso und Viña del Mar durchstreift, morgen Mittag geht es wieder zurueck nach Córdoba, eine Woche spaeter nach Buenos Aires und dann am Dienstag auch schon wieder zurueck nach Deutschland. Auch wenn das nicht viel Zeit in Chile war, ich bin froh, dass ich trotz Schneeeinbruch doch noch hingefahren bin, denn es ist einfach ein wunderbares Land (ebenso wie Argentinien, aber troztdem ganz anders).
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Die Huegel am Meer
Gestern Abend wurde es mangels rechtzeitigem Eintreffen am Theater (hatte die Bus-Fahrtzeit wohl ein wenig unterschaetzt) nichts mit der Drei-Groschen-Oper auf Spanisch, aber dafuer goennte ich mir in einem italienischen Restaurant an der Plaza Nuñoa eine leckere Portion Tiramisu und zwei wirklich kreative Fruchtsaft-Mixgetraenke (z. B. Organgen- + Zitronensaft + Bienenhonig). Einfach wundervoll, wenn man auch abends um zehn noch im Freien sitzen kann - das werde ich in den naechsten Monaten im saechsischen Winter bestimmt vermissen.
Heute frueh (und ich meine WIRKLICH frueh: 7 Uhr) ging es los in Richtung Kueste. Als erstes Stand Valparaiso auf dem Programm. Knapp zwei Stunden brauchte der fast schon luxurioes ausgestattete Bus (mit tollen Kopfhoerern auf jedem Platz, ...) der Firma Tur-Bus (scheint eine der groessten chilenischen Anbieter zu sein) fuer die 120 km hinab bis ans Wasser des Pazifiks.
Dort angekommen war ich erstmal ueberrascht, dass es - anders als in Santiage - gar nicht sonnig, sondern sehr wolkig/neblig/trueb und ein wenig zu kuehl fuers T-Shirt war. Die Frau in der Touristeninformation meinte dazu gleich: Ja, das ist bei uns so, bis zum Mittag bleibt es so und gegen 13 Uhr lichtet sich alles und die Sonne badet den Ort in ihr grelles Licht.
Mit einem Linienbus ging es gleich als erstes zum Haus von Pablo Neruda (siehe Eintrag von gestern), wo ich allerdings noch eine halbe Stunde bis zur Oeffnung um 10:30 Uhr warten musste. Mit wunderbarem Blick ueber die Stadt, das Meer und die vielen Huegel, auf denen Valparaiso errichtet ist, hat er sich auch hier eine wirklich huebsche Bleibe eingerichtet mit Andenken aus der ganzen Welt (und sogar der Idee fuer einen "Landeplatz fuer Hubschrauber und eventuelle Raumfaehren" auf dem Dach das anliegenden Theaters).
Dort traf ich auch eine Schueler-Gruppe aus der Region IX (die Provinzen sind hier sauber von Nord nach Sued lateinisch durchnummeriert, wobei die Hauptstadt Santiago in Region V liegt). Jetzt weiss ich, wie sich die Stars und Sternchen von "Deutschland sucht den Superstar" fuehlen muessen. Auch wenn es in Chile das ganze Jahr ueber gewiss einen Haufen auslaendischer Touristen gibt, so hatte ich bei der Gruppe den Eindruck, das sie mich fuer etwas ganz besonderes hielten - Fotowuensche (selbst der Lehrer wollte eins) und unglaeubiges gekichere. Auf jeden Fall eine schoene Idee, dass sie schon in der Mittelstufe einen Schulausflug zur Erkundung des eigenen Landes unternehmen...
Anschliessend schlenderte ich dann die kurvenreiche Avenida Aleman entlang durch die Huegel, immer mit dem Blick aufs Meer, das mit der Zeit auch immer klarer zu erkennen war. Hier in der ersten chilenischen Hafenstadt, in der auch die Freiheitskaempfer anlandeten, gibt es wohl eine ziemlich umfangreiche deutschstaemmige Gemeinde (u. a. gibt es auch ein Deutsches Krankenhaus und eine Deutsche Evangelische Kirche).
Eine weitere Besonderheit sind das Dutzend Aufzuege (davon nur einer vertikal, die anderen mehr diagonal), die vor gut hundert Jahren eingerichtet wurden, um einfacher auf die ersten Huegel (damals reichte das Wasser noch bis viel naeher an die Huegel heran) zu kommen, weil dort ja der grossteil der Einrichtungen war (nicht etwa um vor dem Wasser zu fluechten) - es passen also immer so 5-20 Personen rein und es bewegen sich immer gleichzeitig eine Kabine von oben nach unten und eine von unten nach oben.
Unten in der Stadt auf der grossen Plaza Sotomayor wurde vor fuenf Jahren bei Bauarbeiten eine alte Kaimauer (oder so aehnlich) entdeckt, teile davon kann man jetzt bewundern - heute ist das Wasser etwa zweihundert Meter weiter entfernt - insgesamt hat der Mensch in Valparaiso einen gut dreihundert Meter breiten Streifen dem Ozean abgerungen. Die Stadt ist gepraegt von ihrem Hafen, an dem heute drei Containerschiffe und ein Kreuzfahrtschiff (Crystal Symphony) ankerten. Deswegen kommt man auch kaum direkt ans Wasser, weil im Prinzip die gesamte Wasserfront von Containern, Kraenen, einer Hafenbahn, einem Trockendock und was weiss ich noch zugepflastert ist. Und leider gibt es auch einige Bausuenden, die teilweise sogar den Blick von den Aussichtsterassen aufs Meer verstellen (wer hat DAS wohl genehmigt???)
Neben dem Hafen ist in Valparaiso (drittgroesste Stadt Chiles) auch die Legislative, sprich das chilenische Parlament untergebracht. In einem ziemlich grossen, torartigen Bau direkt neben dem Busterminal lassen sich mit dem Blick auf das Meer bestimmt besser (oder angenehmer) Gesetze formulieren, als das in der haeufig durch SMOG und Laerm beeintraechtigten Hauptstadt moeglich waere.
Aber ich gleite von meinem Besuch dort ab. Ein leckeres Mittagessen genehmigte ich mir im Color Café, einem keinen, familiengefuehrten Café/Restaurant in der Naehe des Cerro Concepción. Ein kleiner Salat, dann eine Moehrensuppe (in einem Kaffeebecher serviert), als Hauptspeise Kartoffelauflauf mit Hackfleischstueckchen und als Nachtisch Erdbeeren und Bananenstueckchen in Creme - sehr lecker, wie hausgemacht halt (was es ja auch war).
Am Nachmittag besuchte ich dann das Marinemuseum, in dem die Geschichte der chilenischen Marine mit vielen Originalexponaten nachgezeichnet wird. So spielte unter anderem der britische Lord Cochrane eine wichtige Rolle bei der Befreiung von der spanischen Besatzung. Man hat den Eindruck, dass ein kleiner Haufen Chilenen mit auf Ruderbooten montierten Kanonen die spanische Armada besiegt haetten ;-)
Weil mir noch einige Stunden Licht blieben und mein Rueckfahrtticket offen (sowohl zeitlich als auch vom Ort) war, machte ich mich am spaeten Nachmittag dann noch auf den Weg in das ca. 15 Minuten mit dem Bus entfernte Viña del Mar. Hier draengt sich am Strand eine Bettenburg an der anderen, aber insgesamt ist es doch ein huebscher Ort, dessen ganzer Stolz die Blumenuhr ist (bis auf die Zeiger, die tatsaechlich die Uhrzeit anzeigen, ist die ganze Uhr an einem Hang aus Blumenbeeten geformt). Auch ein huebsches (und wohl noch recht neues) Casino samt Hotel faellt ins Auge.
Unter anderem gibt es hier auch eine sehr grosse Freilichtbuehne fuer etwa 20.000 Zuschauer, die vor drei Jahren "in Beton" gegossen wurde. Ich kenne natuerlich den Zustand vorher nicht, aber das Teil ist wirklich schoen gestaltet und schmiegt sich in den Talkessel. Jedes Jahr findet hier ein wichtiges und bekanntes Musikfestival statt (ich weiss nichts genaueres, aber es hoerte sich nach einer Art Gran Prix Suedamerikas an).
Mit Blick auf den pazifischen Ozean genoss ich beim Sonnenuntergang einen einfach goettlichen Brownie-Eisbecher bevor ich mich gegen 20:30 Uhr wieder auf den Rueckweg nach Santiago machte. Von der ganzen Lauferei war ich dann auch so fertig, dass ich fast die ganze knapp zweistuendige Fahrt durchgeschlafen und auch hier in Santiago nur noch einen kurzen (und wenig fruchtbaren) Besuch im Internetcafe vor dem Schlafen gehen eingeschoben habe.
(jetzt macht das Internetcafe zu - mehr spaeter oder morgen ...)
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Spaziergang durch Santiago
Bei Sonnenschein und (fast ganz) blauem Himmel bot sich mir heute eine ganz hervorragende Moeglichkeit, Santiago de Chile zu Fuss zu erkunden. Mein erster Stopp war das Fremdenverkehrsamt (SENATUR, Servicio Nacional de Turismo). Dort (und auch in einigen anderen Orten) wurde neben Spanisch und Englisch, fast wie selbstverstaendlich, auch Deutsch gesprochen. Die dazu passenden Touristen sind natuerlich auch in Huelle und Fuelle zu finden.
Waehrend ich gestern auf der Fahrt hierher einen Deutschen getroffen hab, der sein Heim auf den Fidjis hat bin ich heute schon einer ganzen Reihe Deutscher und Amerikaner ueber den Weg gelaufen. Dabei ist es doch ausserhalb jeder Urlaubssaison und Ferienzeit...
Bei der Scotiabank habe ich dann Geld geholt (in der Hoffnung, dass ich dort als Deutsche Bank-Kunde keine Gebuehr fuers Abheben zahle - so hiess es jedenfalls in einem Internet-Forum zum Thema Chile) - das sind endlich mal Betraege, fast wie frueher in Italien: gut 700 Peso gibts fuer den Euro. Die Preise sind allerdings nicht nur nominal sondern auch real deutlich hoeher als in Argentinien, da kann man locker das doppelte bis dreifache rechnen. Aber im Vergleich zu Deutschland ist es immer noch im Rahmen, da gibt es gewiss teurere Hauptstaedte.
Was ich alles gesehen hab? Angefangen habe ich mit einem kleinen Skulpturenpark (Ecke Avd. Pedro de Valdivia/Avd. Santa Maria), dann ging es in den Parque Metropolitano (der die Huegel in der Stadt mit dem Zoo, einem Schwimmbad, dem astronomischen Observatorium und der grossen Figur der unbefleckten Empfaengnis auf dem Cerro San Cristobal umfasst). Per Seilbahn ging es hinauf, rundum entfaltet sich die Stadt, eingegrenzt von den wirklich hohen Bergketten der Anden. Es ist schon atemberaubend, wie die Stadt auf einmal winzig klein vor den riesigen Bergmassiven erscheint.
Ueberall schmuecken verschiedenste Baumarten, bluehende Straeucher und Blumen den Park. Fuer Weg hinab nahm ich dann den "Furnicular" eine Art schiefem Aufzug (in etwa wie die Cable Cars in San Francisco). Der hat schon einige Jahre auf dem Buckel, aber auch der Papst ist bei seinem Besuch Ende der 80er damit zum Gipel gefahren. Am 8. Dezember ist uebrigens Pilgertag und da gibt es dann schon ab 6 Uhr morgens stuendliche Andachten.
Nach einer kleinen Staerkung zum Mittagessen habe ich mir dann das Haus "La Chascona" (= Lockenkopf) von Pablo Neruda, einem der bekanntesten Schriftsteller/Poeten Suedamerikas, angesehen. Die Einrichtung ist recht kreativ und zeugt von den vielen Reisen, die er bis zu seinem Tod 1973 u. a. nach Russland unternommen hat. 1971 erhielt er auch den Nobelpreis. Neben dem Haus in der Hauptstadt hat er auch noch je eine Residenz in Isla Negra und Valparaiso an der Kueste, etwa. 120 km entfernt, die noch interessanter sein sollen. Zumindest die in Valparaiso werde ich bestimmt noch anschauen.
Danach schlenderte ich weiter (dieser Teil der Stadt weist eine verblueffende Anzahl von auch bei Tage huebsch anzusehenden Bars auf) zum Museum der Schoenen Kuenste und zu einem weiteren Huegel ("Cerro Santa Lucia"), der ein wenig einer kleinen Festung nachempfunden ist und von dem man nochmal einen schoenen rund-um-Blick ueber die Stadt (und den Cerro San Cristobal) hat.
Weiter ging es zu Kreuzung Londres/Paris, zwei huebsche Gaesschen, die allerdings ein wenig Leben vermissen lassen. Ueber die Paseo Bulnes ging es dann durch einige huebsche Parks und alten Gebaeuden vorbei. Bei dem Wetter natuerlich eine wahre Wonne.
Heute Abend moechte ich mir Brechts Drei-Groschen-Oper (La Opera de Tres Centavos) im Theater der Katholischen Universitaet am Plaza Nunoa ansehen, da faehrt zwar keine U-Bahn hin (die wuerde eh um 22:30 schliessen), aber ich habe schon den Bus gefunden, der mich direkt von meiner Unterkunft dorthin bringt.
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