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Freie (lange) Fahrt

Die Busse fahren wieder und so werde auch ich mich jetzt gleich auf den Weg nach Santiago de Chile machen. Nach einem schoenen Anruf aus Deutschland und einem leckeren Fruehstueck freue ich mich schon auf die Busfahrt bei blauem Himmel und Sonnenschein ueber die Anden, vorbei am groessten Berg Amerikas (Aconcagua, fast 7.000 m) in die Hauptstadt Chiles.




Dort werde ich jetzt zwar nur einen Tag weniger als geplant haben, aber das ist auch nicht all zu schlimm, denn dafuer komme ich heute am fruehen Abend deutlich entspannter (weil ausgeschlafener) an, als ich das gestern bei der direkten Verbindung gekonnt haette. So kann ich zumindest den Abend noch fuer einen kleinen Streifzug nutzen.







(Weiter nach Ankunft in Santiago de Chile


So hatte ich mir das jedenfalls gedacht. Aber nachdem gestern der Pass geschlossen war, draengelten sich heute nicht nur hunderte von LKWs auf den Kilometern vor der Grenzstation, sondern auch ein ganzen Haufen Busse. Und die Grenzer gehen bei der Kontrolle fast so exakt und tiefschuerfend vor, wie frueher an der Zonengrenze (soweit ich mich da an meine Erfahrungen als Kind erinnere).





Aber man hat ja Zeit (als Passagier) und da kann einen weder die knapp dreistuendige Wartezeit, noch die Durchleuchtung des Gepaecks auf pflanzliche und/oder tierische Produkte erschuettern. Zumindest waren die Grenzer durchweg freundlich (wenn auch bestimmt) und haben ihre Arbeit ziemlich effizient unter Kontrolle (warum es trotzdem sooo lange gedauert hat, kann ich mir auch nicht erklaeren).





Zumindest wurde die Wartezeit mit einer wirklich ansehnlichen Bergkulisse ertraeglich gemacht, die ich bisher nur aus den Alpen kenne (die sich in Sachen Hoehe gegenueber den Anden allerdings wie die Argentinier in meiner Gegenwart vorkommen muessen). Ein paar von den aus dem Bus heraus und von der Strasse aus geknipsten Panoramen wird bestimmt etwas geworden sein und ist ab naechster Woche hier zu finden.





Die Kontrolle selbst war jedenfalls recht flott geschafft, nur das Warten vorher war nervig. Denn deswegen sind war auch anstatt nach etwa siebenstuendiger Fahrt gegen 17:30 erst drei Stunden spaeter um 20:30 Uhr in Chiles Hauptstadt eingetroffen. Was die Tatsache nach sich zog, dass die Touristeninformation natuerlich fuer heute schon die Pforten geschlossen hatte. Aber so wenig verlaessliche Auskunft ich auch in Sachen Touristeninformation bekommen habe, um so freundlicher war die Auskunft des U-Bahn-Sicherheits-Personals.





Nach einer kleinen Irrfahrt mit der Metro (U-Bahn) kam ich dann aber an der Station Republica an, traf dort zuerst ein 3-Sterne-Hotel (fuer 45 Dollar pro Nacht) an und hatte dann Glueck, denn direkt gegenueber befindet sich das Residencial Mery (eine Art Pension), wo ich mein Einzelzimmer mit Bad auf dem Flur fuer guenstige 8.500 Peso (ca. 11,50 Euro) beziehen konnte. Und der Empfang dort war auch wirklich nett und warm, da fuehlt man sich gleich zu Hause.





Ein Abendessen wollte ich mir nach dem ganzen Tag im Bus natuerlich auch noch goennen und so wurde ich beim dritten Anlauf (die ersten beiden stellten ihre Kuechenarbeit doch tatsaechlich bereits um zehn Uhr ein - da bin ich aus Cordoba doch ganz anderes gewohnt, da wird haeufig erst um 21 Uhr aufgemacht) fuendig. Das kuehle Bier schmeckte einfach herrlich!





Morgen wird mein erstes Ziel dann SENATUR (SEcretaria NAcional del TURismo), das oertliche Fremdenverkehrsamt, sein. Frisch mit aktuellen Infos und Stadtplan versorgt werde ich mich dann ins hauptstaedtische Getuemmel stuerzen.
18.11.03 14:00


Schnee mitten im Sommer

Kurz vor Ende meiner Zeit hier in Suedamerika bleibt mir jetzt eine Woche ohne Vorlesungen oder Pruefungen, in der ich noch einmal die Gelegenheit beim Schopfe packen kann, moechte und werde, eine kleine Reise zu unternehmen. Das Ziel: Die chilenische Westkueste, genauer gesagt, die Hauptstadt Santiago de Chile und Valparaiso.


Nachdem ich am Sonntag Abend puenktlich am Busbahnhof von Cordoba ankam und der Bus Richtung Mendoza mit nur einer Viertelstunde verzoegerung abfuhr, war ich eigentlich guter Hoffnung, ohne Probleme bis nach Santiago de Chile zu kommen. Schliesslich haben wir ja schon fortgeschrittenes Fruehjahr... Aber anscheinend hat sich gerade jetzt das Wetter ueberlegt, den in den letzten fuenf Monaten ausgefallenen Regen abzulassen. Dementsprechend steht Santiago unter Wasser (nein, natuerlich nicht wirklich, aber zumindest regnet es dort wohl aus allen Schleusen) und in den Bergen (die zwischen Mendoza und Santiago liegen) schneit es wie wild. Kurzum, der Pass ist gesperrt und der Busverkehr deswegen bis auf weiteres lahm gelegt. Sowas hat man auch ne ganze Weile (einer der Bediensteten des Busunternehmens "El Rapido" meinte, es waere das erste Mal in zwanzig Jahren, dass im November der Pass wegen Schnee gesperrt werden muss).


Da half es auch nichts, dass wir wirklich auf die Minute puenktlich um 7 Uhr in Mendoza eintrafen... Nach zwei Stunden warten hat man uns dann auf heute Mittag vertroestet, dann werde man sehen, ob sich heute noch was tut, oder alle auf morgen warten muessen (natuerlich ohne jegliche Garantie). Zumindest ist das Wetter hier in Mendoza ganz gut, sonnig, warm und trocken. Falls das mit Chile nichts wird, dann bleib ich halt noch ein oder zwei Naechte hier, bevor ich zurueck nach Cordoba duese.

17.11.03 13:57


Ein letztes Mal in die Sierras de Cordoba - Los Terrones

Acht Monate bin ich jetzt schon hier, zwei Wochen bleiben mir noch - Zeit also, langsam an den Rueckflug zu denken und sich von dem, was man hier lieb gewonnen hat, zu verabschieden. Dazu gehoeren bei mir auf jeden Fall die Huegel von Cordoba, eine Art Mittelgebirge, das sich in Nord-Sued-Richtung durch die Provinz Cordoba erstreckt.


Da viel es mir natuerlich um so leichter, mich fuer den am heutigen Sonntag von COINED angebotenen Ausflug in die Naehe von Capilla del Monte zu den Felsformationen "Los Terrones" anzumelden. Zu zwoelf Personen (neben mir noch vier Deutsche, eine Irin, ein Brasilianer, ein Kalifornier und vier Argentinierinnen - eine Coined-Lehrerin samt kleiner Tochter und deren Freundin und eine Coined-Praktikantin) plus Busfahrer machten wir uns am Sonntag morgen zwischen acht und neun auf den Weg Richtung Nordwesten. Es ist schon erstaunlich, wie schnell das Wetter hier wechselt. Als ich aus dem Haus ging war es noch staubtrocken, kein Woelkchen am Himmel - und eine halbe Stunde spaeter hagelt es und Sturzbaeche ergiessen sich vom Himmel (und anschliessend durch die Strassen). Aber genauso schnell, wie das Gewitter kam, war es dann auch wieder verschwunden - zumindest eine Sache, auf die man sich hier verlassen kann ;-)


In etwa vier Stunden ging es mit Stops an verschiedenen Sehenswuerdigkeiten (u. a. ein Staudamm und die als Herz von Argentinien bezeichnete Plaza Federal am Lago San Roque) bis zum Eingang des Parks. Hier wehte schon ein frisches Lueftchen, so dass es trotz voller Sonneneinstrahlung nicht wirklich warm war. Auf der gut zweistuendigen Wanderung auf dem Rundweg eroeffneten sich wunderbare Aussichten auf Felsformationen, die mich ein wenig an das Elbsandsteingebirge erinnerten. Saeulenartige Felsen, eingebettet in mit goldgelben Graesern bewachsene Huegel, verlangten gerade danach, immer wieder fotografisch festgehalten zu werden. - Das habe ich dann auch reichlich getan und in Kuerze gibt es die Bilder natuerlich auch wieder hier...


Gegen 17 Uhr - die Sonne war schon ein ganzes Stueck gesunken - ging es wieder zurueck Richtung Cordoba, wo wir um kury nach 20 Uhr ankamen. Das war leider eine Stunde spaeter als geplant (aber wer verlaesst sich hier schon auf Planungen ;-) und ein Taxi war auch nicht zu bekommen, so dass ich mich flotten Fusses nach Hause bewegen musste. Dort angekommen blieb mir dann noch genau eine Stunde, um mich zu Duschen, frische Sachen anzulegen, die restlichen Dinge einzupacken, einen Abstecher ins Internetcafe zu machen (wo gottseidank keine Arbeit auf mich wartete) und dann die fuenf Blocks zum Busbahnhof zu laufen.


Aber das ist wieder eine andere Geschichte...

16.11.03 14:18


Pool ist cool

Einige Stunden Schlaf koennen ja echte Wunder bewirken. So ging es heute auch mir, nachdem ich ja erst recht spaet (bzw. frueh) wieder nach Hause gekommen bin, habe ich bis 15 Uhr an der Matratze gehorcht und mich dann auf den Weg in Richtung des Gefaengnisses von Cordoba gemacht. Das sieht uebrigens genauso aus, wie man sich ein Gefaengnis gemeinhin vorstellt: hohe Mauer, dazu noch ein extra Zaun, Wachen auf der Mauer und natuerlich vergitterte Fenster und so (ist allerding nur das einfache Gefaengnis, die Hochsicherheitsabteilung ist woanders untergebracht).


Aber ich schweife ab, ich war ja nicht zum Gefaengnis unterwegs, sondern nur in die Naehe. Schliesslich hatte Marcelo unser Team (wir suchen Unternehmen hier in Cordoba, die einen AIESEC-Praktikanten unter Vertrag nehmen), bestehend aus Marcelo, Belen, Conrado und mir, zu sich nach Hause eingeladen. Der Clou dabei: Im kleinen aber feinen Garten befindet sich ein kleiner Pool, der bei den hiesigen Temperaturen natuerlich eine seeehr angenehme Abkuehlung bietet. (Natuerlich kann sich auch hier nicht jeder den Luxus eines Pools erlauben, aber andererseits ist es viel verbreiteter als in Deutschland, denn die hohen Temperaturen herrschen viel laenger im Jahr und auch die Wasserpreise sind wohl ganz andere.)


Fuer ein paar Stunden konnten wir also Arbeit Arbeit sein lassen (ok, die Arbeit macht ja auch Spass...) und haben bei Sonne, Mate und Teilchen den Samstag Nachmittag genossen. Gegen Abend zog dann allerdings wieder ein kleines Unwetter auf, das sich von der Terasse recht gut beobachten liess. Richtig nass wurde es da zwar nicht, aber es sieht schon beeindruckend aus, wenn man das Stadtzentrum langsam in einer riesigen Staubwolke (auf Grund der ungewoehnlichen Trockenheit in den letzten Monaten wirbelt schon das leichteste Lueftchen den Staub und die Erde auf) verschwinden sieht und die Temperaturen deutlich fallen. Das nahmen wir zum Anlass, uns zu verabschieden und den Bus zurueck ins Zentrum zu nehmen...


Dort habe ich mir am Abend dann noch den Film "Exterminio" (28 Days) gegoennt - frei nach dem Motto: Stell dir vor, du erwachst aus dem Koma und ganz London ist verlassen. Hatte allerdings schon einige Elemente, die eher an einen Horrorfilm erinnerten, definitiv nichts fuer schwache Gemueter...

15.11.03 15:09


Semesterabschluss im Team

Ein ganzes Semester haben wir uns mit allen moeglichen Theorien aus der Betriebswirtschaft rumgeschlagen, haben Fallloesungen erarbeitet und Uebersichten erstellt. Mit dem Ende der Vorlesungszeit am heutigen Freitag haben wir es (bis auf die muendliche Abschlusspruefung) geschafft. Das will natuerlich gefeiert werden!


Aus diesem Grunde hatte Valeria uns alle (Laura, Matias und mich) sowie noch einige Freunde/Bekannte/Verwandte zu sich nach Hause zum gemeinsamen Choripan-Essen (so eine Art Grillwurst auf Baguettbrot mit Chimichuri - das ist eine pikante Sauce -, Salatblaettern, Tomaten und natuerlich Mayonaise und/oder Ketchup) eingeladen. Ihr Vater hat sich als Grillmeister anheuern lassen und auch fuer fluessiges Brot in Form von zwei Kaesten Brahma-Bier war gesorgt.


Im Garten bei irgendwo um die 25-30 Grad liess es sich am Freitagabend ganz hervorragend aushalten. Je fortgeschrittener die Stunde, desto mehr wurde auch die Musik zu ausgelassenem Tanz genutzt, besonders zu Quartetto (populaere Volksmusik aus Cordoba). Dabei ist es natuerlich egal, ob man das kann oder nicht, der Spass steht im Vordergrund - und den hatten wir auf jeden Fall.


Gegen drei Uhr nachts hatten wir dann genug (vom zu Hause feiern) und sind ins Zentrum von Cordoba gefahren, genauer gesagt zur Calle Rondeau in Nueva Cordoba (Studentenstadtviertel). Dort reiht sich eine Kneipe an die andere, nur unterbrochen von Diskos und Pizzerien. Nach einigem hin und her entschieden wir uns dann fuer das KIU, zwar nicht ganz so mein Geschmack, aber zumindest die Musik war ok und es war nicht so brechend voll...


Wie im Fluge verging auch dort die Zeit, so dass es schon 6:30 Uhr war und die Sonne aufging als wir uns wieder auf der Strasse fanden. Aber noch nicht genug, denn wer wuerde um diese Zeit in Cordoba schon nach Hause gehen ;-) Also noch schnell in einer anderen Bar einen Pool-Tisch geschnappt und eine Runde Baelle versenkt (wegen fortgeschrittener Stunde eher weniger erfolgreich).


Als ich gegen 8 Uhr dann wieder in meiner Wohnung war stand die Sonne schon ein ganzes Stueck hoch am Himmel und ich war einigermassen froh, dass ich in meinem Schlafzimmer die Lichtverhaeltnisse doch ganz gut steuern kann. An Muedigkeit hat es jedenfalls nicht mehr gefehlt...

14.11.03 14:23


Finger ins Ohr - bald "in" für Manager & Partypeople?

Nasepopeln, Pickel ausdrücken, Ohrenschmalz extrahieren - nicht unbedingt Aktivitäten, denen man für die breite Öffentlichkeit sichtbar in der Fußgängerzone oder der U-Bahn nachgehen muss/sollte.


Doch nach dem Bericht des britischen Magazins "New Scientist" (Nr. 2420, S. 24) werden ab 2005 vielleicht immer mehr Manager und Leute, die einfach "in" sein wollen, einen Finger ins Ohr stecken, und zwar zum Telefonieren.


Näheres dazu bei RP-Online.

8.11.03 01:43


Hitze, Streik und Prüfung

Ein Tag wie beim Kaufhof im Eingang. Der Wind bläst bei gut 30 Grad ins Gesicht wie sonst nur das warme Gebläse am Eingang eines Einkaufstempels im Winter. Aber wem erzähl ich das - Deutschland hat "den Sommer" ja gerade erst hinter sich gebracht. Irgendwie schon lustig, ich schwitze und Deutschland bibbert ;-)


Denn Streik des ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr, sprich: Busfahrer) hingegen fand wohl kaum jemand lustig. Wer da im Vorort wohnt und sich nicht den Luxus einer eigenen Karosse (bei den Auto- und Benzinpreisen ist ein Auto nur für wenige noch finanzierbar) leisten kann, der ist im Zweifelsfall aufs Taxi angewiesen. Wenn allerdings auf einmal eine Millionenstadt Taxis ruft, dann bringt das seine eigenen Probleme mit sich. Aber zumindest konnten sich Taxi- und Remisfahrer heute nicht über zuviele Leerfahrten und Wartezeit beschweren.


Auch ich habe mich heute eines Taxis bedient, um rechtzeitig zur Zwischenprüfung in "Economia de Empresas" zu kommen. Rechtzeitig genug, um auch zu laufen, ging ich aus dem Haus, entschied mich bei diesen Wetterverhältnissen jedoch für den Bus. Nach zwanzig Minuten an der Haltestelle (ohne dass auch nur ein einziger Bus vorbei gekommen wäre) schwante mir schon was und so schwang ich mich ins erstbeste Taxi (da hatte ich Glück, denn der Fahrer war schon auf dem Weg zu einem Pitstop zu Hause, um nach einer kurzen Dusche und etwas Essen die nächste Schicht zu fahren, aber mein Ziel lag auf dem Weg).


In der Uni waren einige Zwischenprüfungen in anderen Fächern schon abgesagt worden, weil natürlich auch die Studenten (und Dozenten) ein Transportproblem haben (und sich nicht unbedingt das Geld fürs Taxi leisten können). Meine Prüfung fand dann allerdings ganz reibungslos statt und ich bin guten Mutes was das Ergebnis angeht.


Derweil lade ich die digitalen Bilder zum Ausdrucken hoch, zwei Stunden sind schon geschafft, eineinhalb stehen noch bevor. Mal sehen, wie gut die Qualität beim Ergebnis ist. Noch ein kleines Update zu meinen Preisrecherchen: Im Laden ist das ganze häufig auch schon für 0,25 Euro je Bild möglich - und auf Grund des dort entfallenden Portos kommt das schnell günstiger als der Online-Service (auch wenn man dafür natürlich in einen Brenner und eine CD für jede Sendung investieren muss). Auch bei Bonusprint.de kann man eine CD (nach England) schicken, was sicherlich vorteilhaft ist, wenn man die großen Datenmengen nicht per Netz versenden will.

7.11.03 01:35


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